Was ist Peer - Mediation?
Ausbildung zum Streitschlichter oder auch Friedensstifter
- Peer-Mediation in Schulen bedeutet die Vermittlung bei Konflikten mit und unter etwa gleichaltrigen Jugendlichen. Die Peer-Mediation basiert auf der Erfahrung, dass die Konfliktregelung durch (ältere) MitschülerInnen von den Streitparteien oft besser angenommen wird als das Eingreifen von Erwachsenen.
- Die Mediation ist ein freiwilliges Gespräch nach Regeln und mit einem bestimmten Ablauf (Phasen). Die Peer-MediatorInnen leiten die Streitenden an, selbstständig eine für beide Seiten zufrieden stellende Vereinbarung für den Konflikt zu finden. Die Basis der Mediation ist das Win-Win-Prinzip, d.h. eine Lösung ist nur dann erreicht, wenn beide Parteien den gemeinsam getroffenen Vereinbarungen zustimmen.
- Die Peers erlernen diese klar strukturierte Gesprächsmethode, die streitlösungs- und ergebnisorientiert ist. Die Peer-MediatorInnen vermitteln zwischen zwei oder mehreren SchülerInnen oder SchülerInnengruppen, sind von allen Parteien akzeptiert und zur Mediation beauftragt. Durch die kollegiale Ebene der Konfliktbearbeitung ist eine deutliche Abgrenzung des Wirkungsfeldes gegeben.
- SchülerInnen, die als Peer-MediatorInnen eingesetzt werden, sind
- allparteilich,
- verantwortlich für die Einhaltung der Gesprächsregeln,
- verantwortlich für den Ablauf (nicht für den Inhalt!) der Mediation,
- UnterstützerInnen für die Konfliktparteien, das eigene Konfliktlösungspotenzial auszuschöpfen,
- dazu ausgebildet, die Konfliktparteien darin zu unterstützen, das Verborgene zu erhellen und
- zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Streitschlichtung, was ist das?
Eine Streitschlichtung ist die Verhandlung zwischen zwei Konfliktparteien im Beisein eines allparteilichen Dritten, dem Streitschlichter, der die Verhandlung nach einem strukturierten Ablauf leitet. Es wird nicht nach Schuld gefragt, sondern danach, wie die beiden Parteien in Zukunft miteinander umgehen wollen. Hier entscheiden die Verhandelnden, nicht der Schlichter, wie sie den Konflikt beilegen wollen. Die Freiwilligkeit ist eine unbedingte Voraussetzung einer Streitschlichtung.
Zuerst sollen die nacheinander jeweiligen Standpunkte vorgetragen werden. Hierbei spielen auch die Gefühle in der Streitsituation eine große Rolle. Nachdem die Parteien ihre Konfliktanteile erkannt haben, sollen sie “die Rollen tauschen”, um sich in die Lage des anderen zu versetzen und ihn besser verstehen zu können. Nachdem Verhaltensalternativen geklärt worden sind, überlegen sich die Streitenden Lösungen und schreiben sie auf, damit sie anschließend bewertet und ausgewählt werden können. Hierbei zieht sich der Streitschlichter fast vollständig zurück, denn im Laufe des Gesprächs sollen aus Konflikt-“Gegnern” Konflikt-“Partner” werden. Nachdem man sich auf eine gemeinsame Lösung verständigt hat, wird das Ergebnis in einem Vertrag, einer Vereinbarung, festgehalten.
Vorteile der Schlichtung
Es gibt viele gute Gründe für die Streitschlichtung an unserer Schule. Hier sind einige davon aufgelistet:
- Jugendliche lernen ihre Probleme selbst zu lösen
- Jugendliche lernen, dass Schlichten besser ist, als der ewige Gewalt-Gegengewalt-Teufelskreis
- Es besteht die Möglichkeit, einen Konflikt “aus der Welt” zu schaffen
- Wir nehmen uns Zeit für euch!
- Das Streitthema wird streng vertraulich behandelt
- Beide Parteien dürfen und sollen ihre Standpunkte vortragen
- Die Streitenden lernen, ihre Anteile am Streit zu erkennen
- Alternative Verhaltensweisen werden besprochen
- Verständnis für die Gegenpartei wird erlangt
- Beide Streitenden einigen sich am Ende auf eine gemeinsame Lösung, mit der beide zufrieden sind
- Das Ergebnis wird in einem Vertrag festgehalten, an diesen Vertrag sollen sich beide Streitparteinen halten
